Forschungsprojekte


Laufende Projekte


FreeWalk

Das übergeordnete Ziel des Projekts ist die Erforschung und Entwicklung von freilaufenden Rinderhaltungssystemen, die den Tierschutz und die Bodenstruktur verbessern. Die Freilaufsysteme, die bewertet werden, sind der Kompostbettstall und der Kuhgarten mit künstlichem Boden, der als Referenz mit Boxenständen verglichen wird. Der Kompost aus der gebetteten Parkscheune kann auch im Sommer für den Anbau von Gemüse, Pflanzen oder die Aufzucht von Schweinen genutzt werden. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen acht Universitäten und Forschungsinstituten in ganz Europa. Die Forschungsziele unserer Abteilung für das Projekt umfassen die Beurteilung der Verbraucherwahrnehmung und -akzeptanz in Bezug auf Lebensmittelprodukte aus drei verschiedenen Tierhaltungssystemen (Stall, Kabine und Freilauf) mit Fokus auf Tierschutz, Produktqualität und Lebensmittelsicherheit. Einstellungen und Zahlungsbereitschaft für Produkte aus den Anbausystemen und ein potenzielles "Sommerprodukt" aus dem Kompostlagerstall werden ebenfalls geschätzt.

Fördergeber: Europäischer Forschungsraum der Europäischen Kommission Netzwerk für nachhaltige Tierproduktion (ERA-NET SusAn)

Förderdauer: Juni 2017 - Juni 2020

Ansprechpartner: Megan Waldrop, Ph.D.


Don’t be a Food Waster

Nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wird weltweit ein Drittel der für den Verbrauch bestimmten Lebensmittel verschwendet – dies entspricht einer Menge von etwa 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr. In europäischen Ländern gehen dabei rund 50% auf das Konto der Endverbraucher. Lebensmittelabfälle haben nicht nur finanzielle, sondern auch hohe soziale sowie umweltpolitische Auswirkungen, etwa in Bezug auf CO2-Ausstoß und Wasserverbrauch. Lebensmittelverschwendung zu reduzieren ist erklärtes Ziel der Vereinten Nationen sowie der Europäischen Kommission. Das internationale Forschungsprojekt „Don’t be a Food Waster“ will zu diesem Ziel beitragen. Der Lehrstuhl für Marketing und Konsumforschung der TU München befasst sich dabei mit der Entwicklung und Erforschung von effektiven Verhaltensinterventionen zur Reduktion der Lebensmittelverschwendung beim Konsumenten.

Fördergeber: EIT Food

Förderdauer: Januar 2018 – Dezember 2018

Ansprechpartner: Christina Neubig, M.Sc.


Evaluierung des EU-Schulprogramms in Bayern

Zum 01.08.2017 wurde in Bayern das EU-Schulprogramm eingeführt, welches die Teilbereiche Obst, Gemüse und Milch und Milchprodukte zusammenführt. Im Rahmen des Programms erhalten vornehmlich Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren in Kindertageseinrichtungen, Kindergärten und Grundschulen kostenlos Obst, Gemüse und Milch und Milchprodukte. Ziel des EU-Schulprogramms ist es, den Verzehranteil und die Wertschätzung von Obst, Gemüse und Milch und Milchprodukten bei Kindern zu erhöhen. Im Rahmen des Forschungsprojektes soll die Umsetzung und der nachhaltige Effekt des EU-Schulprogrammes evaluiert werden.

Fragebogen Schüler

Fördergeber: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Kooperationspartner: Hochschule für angewandte Wissenschaften Weihenstephan-Triesdorf

Förderdauer: April 2018 – Juli 2023

Ansprechpartner: Regina Deisling, M.Sc.


Practicing Evidence – Evidencing Practice

Evidenz wird für politische, gesellschaftliche und individuelle Entscheidungen immer wichtiger. Sie basiert auf wissenschaftlich erhobenen Daten, ist aber auch ein soziales Phänomen. Die interdisziplinäre Forschergruppe 2448 beschäftigt sich mit den Fragen: Wie und von wem wird Evidenz hergestellt, wie wird Sie verwendet und welche Auswirkungen hat das? Im Rahmen des Teilprojektes 4 befasst sich der Lehrstuhl für Marketing und Konsumforschung mit dem Thema Lebensmittelsicherheit im Spannungsfeld zwischen Risikoanalyse und Intuition. Ziel des Projektes ist es, die unterschiedlichen Formen von Evidenz, die Verbraucheröffentlichkeit und Wissenschaftler in den Diskurs um Lebensmittelsicherheit einbringen, zu untersuchen und deren gegenseitige Beeinflussung und Dynamiken sowie ihre Rolle in der Beschreibung von Lebensmittelsicherheit zu analysieren.

Fördergeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Förderdauer: April 2017 – März 2020

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.evidenzpraktiken-dfg.tum.de

Ansprechpartner: Christine Haßauer, M.Sc.


enable - healthy choices in all stages of life

Das enable Cluster entwickelt neue Strategien, um bei Menschen in verschiedenen Lebensphasen eine gesunde Ernährung zu fördern. Dies geschieht interdisziplinär, an den Schnittstellen von Ernährungswissenschaften und Lebensmitteltechnologie zu Verbraucherwissenschaften und Informations- und Kommunikationstechnologie. Moderne Ernährung mit Fertiggerichten und gesunder Lebensstil müssen kein Widerspruch sein – dazu will das Cluster beitragen. Ziel des Projektes ist die Erarbeitung aktiver Maßnahmen, die ungesunden Ernährungsgewohnheiten entgegenwirken. Mit neu entwickelten Lebensmittelprodukten steuert das Cluster aktiv gegen ungesunde Essgewohnheiten. Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien werden darüber hinaus genutzt, um die Konsumenten an eine gesunde Ernährungsweise heranzuführen.

Teilprojekt 2.7

Teilprojekt 2.7 nutzt Transitionsphasen (z.B. Veränderung der Haushaltsgröße oder Job-Wechsel), um die Akzeptanz von gesünderen Lebensmitteln zu fördern. Ziel des Projektes ist die Entwicklung der Lebensmittelprodukte durch Konzept- und Markttests so zu unterstützen, dass diese von den definierten Zielgruppen angenommen werden. Dabei wird der Einfluss von Gesundheitsinformationen und Kauf- und Lebenssituation auf die Lebensmittelauswahl erforscht.

Teilprojekt 3.3

Das Ziel von Teilprojekt 3.3 ist es, die Bestellung von Lebensmitteln per Computer so zu optimieren, dass sie zur vermehrten Auswahl von ausgewogenen und kalorienreduzierten Mahlzeiten beiträgt. Konkret wird experimentell erprobt, ob dieses Ziel durch verschiedene Veränderungen an einem Bestell-Terminal erreicht werden kann.

Fördergeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Förderdauer: Juni 2015 – Mai 2018

Weitere Informationen zum Projekt enable sowie den Teilprojekten 2.7 und 3.3 finden Sie hier.  

Ansprechpartner: Rebecca Geisler, M.A. and Bernhard Mohr M.Sc.


SocialLab - Nutztierhaltung im Spiegel der Gesellschaft

In der öffentlichen Diskussion wird die Haltung von Nutztieren zunehmend kritisch hinterfragt; die gesellschaftlichen Vorstellungen und die moderne landwirtschaftliche Praxis liegen teils weit auseinander. Vor diesem Hintergrund widmet sich das Forschungsvorhaben „SocialLab – Nutztierhaltung im Spiegel der Gesellschaft“ unter anderem den Fragestellungen wie die Gesellschaft die Tierhaltung wahrnimmt und wie die verschiedenen Akteure die Möglichkeiten und Grenzen, Produkte mit strengeren Tierschutzstandards am Markt zu etablieren, beurteilen. Das Forschungsprojekt wird von einem Konsortium, geleitet vom Thünen-Institut für Marktanalyse, durchgeführt. Der Lehrstuhl für Marketing und Konsumforschung der TU München befasst sich innerhalb dieses Verbundprojektes mit der Rolle von Tierhaltungsverfahren in der Kaufentscheidung. Hierbei wird insbesondere die Zahlungsbereitschaft für Produkte, die unter Beachtung höherer Tierschutzstandards erzeugt werden, analysiert. Des Weiteren beschäftigt sich der Lehrstuhl für Marketing und Konsumforschung mit der Ermittlung vertrauenswürdiger Akteure für die Kommunikation höherer Tierschutzstandards.

Fördergeber: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Förderdauer: Mai 2015 – Dezember 2018

Weitere Informationen: www.sociallab-nutztiere.de

Ansprechpartner: Sabine Groß, M.Sc.


Evaluierungssystem für die „Bayerische Agentur für Lebensmittel - Produkte aus Bayern (alp Bayern)“

Dieses Projekt hat zum Ziel, ein Evaluierungssystem für die „Agentur für Lebensmittel Produkte aus Bayern“ zu entwickeln. Dafür werden zunächst Instrumente zur Evaluierung der Maßnahmen der Marketingagentur identifiziert, erläutert und an den Besonderheiten der Marketingagentur ausgerichtet. Die Maßnahmen sollen eigenständig und langfristig für die Marketingagentur anwendbar sein.

Der Evaluierung des Qualitäts- und Herkunftssicherungsprogramm „Geprüfte Qualität – Bayern“ wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Fördergeber: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Förderdauer: Jan. 2012 – Dez. 2019

Ansprechpartner: Rebecca Geisler, M.A.


Abgeschlossene Projekte


Evaluierung des Schulfruchtprogramms in Bayern – Analyse der Effekte auf das Ernährungsverhalten von Kindern und Erfassung der Erfolgs- bzw. Hemmfaktoren 

Im Schuljahr 2010/11 haben europaweit erstmals SchülerInnen an dem von der Europäischen Union und den Ländern geförderten Schulobstprogramm teilgenommen, das in Bayern als sogenanntes Schulfruchtprogramm in ca. 80% aller bayerischen Grundschulen/Förderschulen durchgeführt wird. Die GrundschülerInnen erhalten in der Schule kostenlos Obst und Gemüse mit dem Ziel einer nachhaltigen Erhöhung des Verzehrs von Obst und Gemüse der Kinder. Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, die Umsetzung und den nachhaltigen Erfolg dieses Programms in Bayern zu bestimmen und die Erfolgs- bzw. Hemmfaktoren zu ermitteln.

Fördergeber: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Förderdauer: Sep. 2013 – Dez. 2016

Projektbericht


EEBatt – Interdisziplinäre Energiespeicherforschung

Der Lehrstuhl für Marketing und Konsumforschung befasst sich in diesem multidisziplinären Projekt mit Nutzenanalysen aus der Sicht von relevanten Kundengruppen wie Konsumenten oder Gebietskörperschaften (z.B. Gemeinden). Ziel dieser Analysen ist es das Potential für neue Geschäftsmodelle abzuschätzen. Auch sollen Rückschlüsse auf entsprechende Produktanforderungen gezogen werden. In späteren Phasen werden diese Erkenntnisse durch Willingness-to-Pay-Analysen sowie die Untersuchung produktbegleitender Dienstleistungen mit Blick auf das Design der Geschäftsmodelle weiterentwickelt. Aus Sicht der Kunden- und Anspruchsgruppen stellt sich die Frage, welche Chancen und Risiken diese neuen Technologien und Geschäftsmodelle für die Zielgruppen haben.

Fördergeber: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie

Förderdauer: Mai 2013 – Sept. 2016


Erwartungshaltungen zu Themenschwerpunkten der Ernährungsbildung in allgemeinbildenden Schulen

Um Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu eröffnen, in ihrer Rolle als Konsument an gesellschaftlichen Prozessen teilzuhaben und selbstverantwortlich zu handeln, bedarf es institutioneller Unterstützung in Form von Ernährungsbildung an allgemeinbildenden Schulen. Im Projekt soll eine Delphi-Studie mit relevanten Stakeholdern durchgeführt werden, welche die Einschätzung der Bildungs- und Bedarfslage ermittelt. Darüber hinaus sollen in der Studie Wünsche und Anforderungen an die zukünftige Gestaltung der Ernährungsbildung abgebildet werden. Die Ergebnisse zeigen: Die teilnehmenden Interessenvertreter sehen grundsätzlich einen deutlichen Bedarf, die aktuelle Ernährungsbildung zu optimieren. Des Weiteren bestätigt die Meinung der Teilnehmer den Ansatz, dass sich eine nachhaltige Ernährungsbildung auf alle Bereiche der Lebensmittelwertschöpfungskette beziehen sollte und nicht auf den individuellen gesundheitlichen Mehrwert beschränkt sein darf. Im Hinblick auf die Integration in den schulischen Alltag misst das Befragungskollektiv vor allem der gemeinsamen Mahlzeitengestaltung und -einnahme sowie der Bereitstellung eines wertvollen Angebotes zur Pausen- und Mittagsverpflegung eine besonders hohe Relevanz bei.

Fördergeber: Kompetenzzentrum für Ernährung (Kern) im Geschäftsbereich des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Förderdauer: März 2014 - August 2015

Abschlussbericht: Erwartungshaltungen zu Themenschwerpunkten der Ernährungsbildung in allgemeinbildenden Schulen


Regional und Bio

Ziel dieses Projekts ist es, das Kaufverhalten der Konsumenten bei bayerischen Ökoprodukten zu analysieren. Dazu werden zum einem die Kaufmotive als auch Hemmfaktoren, die den Verbraucher beim Kauf von Ökoprodukten mit regionaler Herkunft verunsichern, erfasst.  Zum anderen wird untersucht, ob und wie die Verbraucher Regionalität und Ökologie miteinander verknüpft wahrnehmen. Basierend auf den Forschungsergebnissen werden Empfehlungen für die Vermarktung regionaler Ökoprodukte in Bayern gegeben.

Fördergeber: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten; Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG; Ludwig Stocker Hofpfisterei GmbH

Förderdauer: Sept. 2011 – Aug. 2013

Abschlussbericht: Regional und Bio: Kaufmotive und Kaufverhaltehn bei bayerischen Ökoprodukten

Veröffentlichungen:

Hasselbach, J.L., J. Roosen, 2015. Motivations behind preferences for local or organic food. Journal of International Consumer Marketing 27(4): 295-306. 14.         

Hasselbach, J., J. Roosen, 2015. Consumer heterogeneity in the willingness to pay for local and organic food. Journal of Food Products Marketing 21(5), 608-625.


Handlungsempfehlungen für eine optimierte Verbraucherinformationspolitik – exemplarisch im Energiebereich

Das Gemeinschaftsprojekt beschäftigt sich mit der Anpassung staatlicher Verbraucher-information an die neuen Herausforderungen unserer Zeit. Strom und Energie wurden aufgrund ihrer gesamtgesellschaftlichen Relevanz als Thema gewählt, und da sie für den Konsumenten derzeit von besonderer Relevanz sind. Das Projekt besteht aus zwei Teilen. Zum einen wurden Stakeholder-Dialogveranstaltungen zur Ermittlung des Informationsbedarfs aller beteiligten Interessensgruppe durchgeführt. Dazu wurde die Thematik mit verschiedenen Interessensgruppen diskutiert und Schnittmengen bezüglich gemeinsamer Meinungen und Interessen ermittelt. Das innovative Verfahren der “Großgruppenveranstaltung” wurde hierzu erstmals in Bayern mit großem Erfolg eingesetzt. Zum Zweiten wurde ein Verbraucherexperiment durchgeführt um zu erforschen, wie Verbraucherinformation gestaltet sein muss, um vom Verbraucher leicht aufgenommen und verarbeitet werden zu können und zu Veränderungen in Einstellung und Verhalten zu führen. Ergebnisse des Verbundprojekts sind konkrete Vorschläge zur Verbesserung von Verbraucherinformation im Bereich Strom und Energie, besonders im Bereich intelligente Stromzähler. Zudem können die Ergebnisse verallgemeinert werden, um Aussagen darüber zu machen, welche Eigenschaften ideale Verbraucherinformation generell haben sollte.

Fördergeber: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Förderdauer: Februar 2014 - April 2015

Abschlussbericht: Handlungsempfehlungen für eine optimierte Verbraucherinformationspolitik – exemplarisch im Energiebereich